Indien zurück
Land und Leute
Das Regionalentwicklungsprojekt Aparajita
Land und Leute zurück
Indien
Geografische Lage: Subkontinent im Süden Asiens
Fläche: 3'287'590 km²
Hauptstadt: Neu-Delhi
Ethnische Gruppen: Indo-Arier 72%
Draviden 25%
Mongolen und andere 3%
Religionen: Hindu 81,3%
Moslems 12%
Christen 2,3%
Sikh 1,9%
Sonstige 2,5%
Staatsform: Parlamentarische Demokratie
 
Geographie und Klima
Der Subkontinent Indien liegt in Südasien. Die Hauptstadt ist Neu-Delhi. Das Land lässt sich grob in drei Regionen aufteilen: das Himalayagebirge, das Flussnetz des Ganges im Norden, und das im Süden anschließende Hochland des Dekkan.
In Indien herrscht subtropisches bis tropisches Klima. Die Vegetationsformen reichen vom tropischen Regenwald bis hin zu Trockenwäldern und Savannen.
 
Geschichte
Die Induskultur gehört zu den Ältesten der Menschheit (3.000 v. Chr.). Um 300 v. Chr. entstand durch die Marya Dynastie das erste indische Großreich. Durch die Entdeckung des Seewegs nach Indien wurden 1498 die ersten portugiesischen Handelsstützpunkte in Indien eingerichtet. Ab 1740 kam es in Indien zu Machtkonflikten zwischen Franzosen und Engländern, die schließlich zugunsten der Engländer entschieden wurden. 1858 wurde Königin Victoria Kaiserin von Indien. Unter Mahatma Gandhi (1869 - 1948) wurde die Unabhängigkeitsbewegung zur Volksbewegung. Ihm gelang es, die Macht der Kolonialherren mit seiner Kampagne des gewaltlosen Widerstands zu zermürben. Indien wurde schließlich am 15. August 1947 unabhängig. Die Verfassung von 1950 machte Indien zur föderativen Republik (Indische Union). Nach zahlreichen Regierungswechseln seither wurde im Jahr 2002 Abdul Kalam zum neuen Präsidenten gewählt.
 
Bevölkerung
Laut der Volkszählung wurde die Milliardengrenze der Einwohnerzahl Indiens 1991 überschritten. Somit leben 16% der Weltbevölkerung auf 2,4% der gesamten Fläche der Erde, welche das Land einnimmt. Schätzungsweise die Hälfte der Bevölkerung in Indien lebt unterhalb der von der UNO festgesetzten Armutsgrenze von zwei Dollar pro Tag. Die Bevölkerung Indiens ist ethnisch, linguistisch und religiös unterschiedlich wie die keines anderen Landes. Neben den Gruppen indoarischer Herkunft (Nordinder, Bengalen), stellen die Draviden (25%) die zweite bedeutende Gruppe dar.
 
Sprache und Religion
Indien ist durch eine sehr große sprachliche Vielfalt gekennzeichnet. Hindi und Englisch sind die Landessprachen. Nach der Verfassung sind weitere 14 Sprachen als Amtssprachen anerkannt.
Der indische Alltag ist stark religiös geprägt, alle großen Religionen der Welt sind hier vertreten. In Indien leben ungefähr 81,3% Hindus, 12% Muslime, 2,3% Christen, 1,9% Sikhs, sowie Buddhisten und Vertreter anderer Glaubensrichtungen.
Das Regionalentwicklungsprojekt Aparajita zurück
Projektbeginn: 2000
Laufzeit: 10 - 15 Jahre
 

Das Regionalentwicklungsprojekt Aparjita befindet sich im Norden Indiens, im Distrikt Lalitpur, 500km südlich von Delhi.
Arbeitslosigkeit, Analphabetismus (nur 31% der Bevölkerung kann lesen und schreiben) und ein schlechter Gesundheitszustand der Bevölkerung sind die grössten Herausforderungen in dieser Region.
Das Projekt führt Aktivitäten in insgesamt 60 Dörfern durch und erreicht damit ungefähr 40'000 Einwohner. Die hauptsächlichen Angebote sind im Bereich Gesundheit, Bildung, Landwirtschaft und Einkommensförderung.

 
Gesundheit / Hygiene

Wichtige Informationsträger in Sachen Säuglingspflege, Stillen und Ernährung sind die traditionellen Geburtshelferinnen und Frauen von Selbsthilfegruppen. Das Projekt bildete mehrere Frauen aus, die z.B. Methoden für die Behandlung von Durchfallkrankheiten erlernten. In einem anderen Kurs wurden Schwangere und stillende Mütter über das Stillen und eine gesunde Ernährung informiert. Ein Facharzt führte detaillierte Routineuntersuchungen bei schwangeren Frauen durch.
Mit Wandbildern, Kundgebungen und persönlicher Beratung wurde in der Hälfte der Dörfer auf Themen wie Durchfallerkrankungen, Impfungen, Geburtsurkunden für Neugeborene, HIV/Aids und persönliche Hygiene aufmerksam gemacht. Die Zusammenhänge von verschmutztem Wasser und verschiedenen Krankheiten, von Hygiene und Gesundheit oder die Wirksamkeit der Impfungen sind vielen Bewohnern nur vage bekannt. Das Projekt legt Wert darauf, dass die verantwortlichen Personen im Gesundheitssektor gut ausgebildet werden, um später die Weiterführung der Aktivitäten ohne Unterstützung von World Vision zu garantieren.
Zudem impfte das Team über 1'500 Kinder und untersuchte sie medizinisch. Bei Bedarf wurden die Kinder behandelt.

 
Schule / Ausbildung

Allein das Vorhandensein von Schulen garantiert noch nicht, dass die Eltern ihre Kinder – vor allem die Mädchen – auch zum Unterricht schicken. Um die Kinder zum regelmässigen Schulbesuch zu motivieren, verteilte World Vision Hunderte von Schuluniformen. Für Schüler, die aus irgendeinem Grund den Anschluss an ihre Schule verpasst haben, bietet das Projekt ergänzenden Unterricht an.
Damit sich der Unterricht auch lohnt, veranstaltete World Vision pädagogische Seminare für die Hilfslehrkräfte an Primarschulen, wobei auch didaktische Fähigkeiten gefördert wurden. Der Erfolg zeichnete sich durch die interessanter gestalteten Lektionen aus; die Kinder nehmen seither regelmässiger am Unterricht teil.
In Alphabetisierungskursen lernen auch die Erwachsenen lesen und schreiben.

 
Einkommen / Landwirtschaft

Aufgeteilt in acht Gruppen nahmen 150 Bauern an einer Betriebsbesichtigung in einem landwirtschaftlichen Forschungsinstitut teil. Dort lernten sie verschiedene neue Anbaumethoden, die Verwendung von Hybridsaatgut sowie den Gebrauch von Düngemittel kennen. Zur praktischen Umsetzung stellte World Vision den Bauern Düngemittel und Hybridsaatgut zur Verfügung.

Einige Familien im Projektgebiet besitzen kein Land. Die Eltern arbeiten als Tagelöhner auf den Feldern oder in den nahegelegenen Steinbrüchen. Während des Monsuns erhielten sie wegen Wassern in den Steinbrüchen keine Arbeit. Die Familien wurden in dieser Zeit mit Getreide unterstützt. Andere Familien erhielten zudem Ziegen zur Aufzucht und zur Verbesserung ihres Einkommens.
 
Unterstützung auf einen Blick
Ausbildung für Gesundheitshelferinnen und Frauen von Selbsthilfegruppen in der Betreuung von Schwangeren.
Kampagnen in 30 Dörfern über verschiedene Themen des Gesundheitssektors.
Impfung von 1'500 Kindern sowie medizinische Untersuchung.
Abgabe von ca. 500 Schuluniformen.
Ergänzender Schulunterricht für Kinder, welche den Anschluss an ihre Schule verpasst haben.
Weiterbildung von 35 Hilfskräften an Primarschulen.
Alphabetisierungskurse für Erwachsene.
Betriebsbesichtigung und AUsbildung für 150 Bauern sowie Vergabe von Hybridsaatgut und Düngemittel.
Unterstützung von Familien während des Monsuns mit Getreide.
Organisation eines Sporttags für 400 Kinder, an dem das Sportmaterial zur Verfügung gestellt wurde.
Gründung von sieben Selbsthilfegruppen für Darlehensaufnahmen.
 

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