Vietnam zurück
Land und Leute

Das Regionalentwicklungsprojekt Quan Hoa

Detaillierter Reisebericht

Download Reisebericht als PDF in Kurzform

Foto-Galerie der Reise

Land und Leute zurück
Vietnam
Geografische Lage: Südostasien
Fläche: 329'560 km²
Hauptstadt: Hanoi
Ethnische Gruppen: Vietnamesen 85%-90%
Chinesen
Hmong
Thai
Khmer
Cham
Bergvölker
Religionen: Buddhisten
Hoa Hao
Cao Dai
Christen
traditionelle Religionen
Moslems
Staatsform: Einparteiensystem
 
Geographie und Klima
Die sozialistische Volksrepublik Vietnam liegt in Südostasien. Vietnam ist ein lang gestrecktes, schmales und zu großen Teilen gebirgiges Land. Das Klima ist subtropisch bis tropisch. Über zwei Fünftel des Landes ziehen sich tropische Wälder. Vietnams Tierwelt ist vielfältig. In den Dschungelgebieten gibt es unter anderem Großkatzen, Elefanten, Bären, Affen und Rotwild.
 
Geschichte
Die jüngere Vergangenheit Vietnams, das über 1.000 Jahre von China beherrscht wurde, ist bestimmt durch endlose Kriege um Selbstbestimmung und Souveränität. Nach der Niederlage der französischen Kolonialmacht im Indochina-Krieg (1946-1954), wurde Vietnam geteilt: der Norden wurde kommunistisch, im Süden etablierte sich die Republik Vietnam. Ab 1957 kämpften kommunistische Vietcong-Guerrillas für ein vereinigtes Land und infiltrierten ab 1964 in großer Zahl den Süden, unterstützt von Nordvietnam, China und der UdSSR. Dem Süden kamen die USA mit Kampfverbänden zur Hilfe. 1965 starteten die USA Flächenbombardements, zu gewinnen war der Krieg jedoch nicht. 1973 beendeten die USA ihren Einsatz und 1975 kapitulierte der Süden. Bilanz: Mehr als 1 Million tote Vietnamesen, über 56.000 gefallene Amerikaner. Am 2. Juli 1976 wurde das Land offiziell wiedervereinigt. Hunderttausende Vietnamesen („Boat-People“) flüchteten.
Die seit 1986 eingeleitete Reformpolitik („doi moi“) brachte auch für die Bevölkerung ein größeres Maß an Freiraum. Mit dem Ende der Einflussnahme der Sowjetunion öffnete sich Vietnam 1991 wieder politisch und wirtschaftlich.
 
Bevölkerung
Vietnam hat etwa 81 Millionen Einwohner. Rund 87% der Bewohner sind Vietnamesen, außerdem gibt es mehr als 50 ethnische Minderheiten, unter anderen Thai, Nung, Tho, Yao, Khmer und Moi. Ballungszentren der Besiedlung sind im Norden die Gebiete um den Roten Fluss, im Süden das Mekongdelta und ein schmaler Küstenstreifen. Weite Teile Vietnams sind recht dünn besiedelt.
 
Sprache und Religion
Staatssprache ist Vietnamesisch. Die verschiedenen Glaubensrichtungen und Religionen sind in der vietnamesischen Bevölkerung tief verwurzelt und Bestandteil ihres Lebens seit Jahrtausenden. Sie vermischen sich miteinander und ergänzen sich. So kann ein Vietnamese Mitglied der kommunistischen Partei sein und sich ehrfürchtig vor Buddha verneigen. Eine besondere Rolle spielt der Ahnenkult. In wohl keinem vietnamesischen Haushalt fehlt der Ahnenaltar auf dem sich Opfergaben wie zum Beispiel Räucherstäbchen, Obst und Schnaps befinden, um die Ahnen zu verehren, sie um Rat zu fragen und zu ihnen zu beten.
Das Regionalentwicklungsprojekt Quan Hoa zurück
Projektbeginn: 1999
Laufzeit: 12 - 15 Jahre
 

Dieses Projekt, das im Oktober 1999 von World Vision gestartet wurde, will zur Wiedereinrichtung grüner, produktiver Gebiete in sieben Zielgemeinden im Bezirk Quan Hoa (Provinz Thanh Hoa, Vietnam) beitragen. Diese sollen von gesunden Bauern und deren gesunden Kindern geführt und unterhalten werden. Dabei soll die ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Vielfalt des Gebietes aufrechterhalten werden.

 
Überblick

Quan Hoa ist ein entlegener, ländlicher, bergiger Bezirk. Er liegt 146 km westlich von Thanh Hoa City und 300 km südwestlich von der Hauptstadt Hanoi. Quan Hoa ist in 17 Gemeinden unterteilt und hat insgesamt 110 Weiler.

Quan Hoa hat ca. 40'900 Einwohner in 7'350 Haushalten, davon sind 26 % Frauen zwischen 15 und 49 Jahren sowie 9 % Kinder unter 5 Jahren (Zahlen von Ende 1999). Es leben 4 ethnische Gruppen im Bezirk: Thai 74 %, Muong 17,6 %, King 7 % und Hoa (Chinesen) 1,4 %.
Fast 100 % der Bevölkerung von Quan Hoa arbeitet in der Landwirtschaft. Die Gegend hat wenig fruchtbares Land und geringe Reiserträge. Das Einkommen schwankt zwischen 13 und 17 US$. Etwa 30 % der Haushalte sind bei einem durchschnittlichen Einkommen von 13 kg Nahrung pro Person pro Monat als sehr arm klassiert. Somit ist Quan Hoa einer der ärmsten Bezirke der Provinz.

Alle Familien haben ihr eigenes Haus auf Stelzen, das aus Bambus und Palmblättern gefertigt ist. Tiere werden unter und um das Haus gehalten. Die meisten Familien in Quan Hoa haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Sie benützen das verschmutzte Wasser vom Fluss für den täglichen Gebrauch. 70 % der Haushalte haben keine hygienischen Toiletten. Die Gemeinden können per Auto und Motorrad erreicht werden, aber die Strassen sind meist in sehr schlechtem Zustand. Ausserdem sind viele Weiler durch Flüsse von der Umwelt abgeschnitten, so dass während der Regenzeit die Kinder nicht zur Schule gehen und Kranke nicht hospitalisiert werden können.

 
Projektziele

Von den folgenden Projektzielen sollen die Patenkinder und deren Familien profitieren:

Nahrungssicherheit und Produktion:
Fast die ganze Bevölkerung ist in irgend einer Weise in der Landwirtschaft beschäftigt. Sei es beim Pflanzen von Bäumen oder Bestellen von Reis, Cassava, Zuckerrohr, Bohnen oder Mais.

Um die Produktivität zu steigern, wird folgende Hilfe geleistet:
Unterstützung der lokalen Bevölkerung bei der Ausarbeitung von Modellen für Anbautechnologien bei schräg abfallenden Flächen (terrassierte Felder).
Baumschulen etablieren.
Hlfe beim Aufbau von kleinen Bewässerungsanlagen für Nassreisfelder, um die Anzahl Ernten pro Jahr um eine zu erhöhen.

Einrichtung von Vereinigungen für die Wassernutzer pro Weiler zur Leitung und Unterhaltung der Bewässerungssysteme.

Einführung neuer Typen von Reissamen, um den Nahrungskonsum zu erhöhen und die Ernte vielfältiger zu gestalten.

Einführung von Niederreis Anbau, um den Bauern bei der Vergrösserung des Einkommens zu helfen und die Umgebung zu schützen.
Schulung für Bauern in neuen Techniken für intensive Landwirtschaft, Tieraufzucht, Tiermedizin, Pflanzenschutz und IPM.

Gesundheit:
Die häufigsten Erkrankungen sind Malaria, Kropf, Durchfall- und Atemwegerkrankungen sowie Tuberkulose und Krankheiten durch Fehlernährung.

Um die Patienten zu behandeln und Krankheiten vorzubeugen, wird folgende Hilfe geleistet:

Stärkung des bereits bestehenden Netzes im Gesundheitswesen.

Hilfe bei der Schulung von Pflegepersonal in den Gemeinden und Weilern.
Hilfe beim Aufbau und der Renovierung von Gesundheitsstationen in den Gemeinden.
Beschaffung von Medikamenten.
Unterstützung der lokalen Bevölkerung im Aufbau von sauberen Wasserversorungsanlagen.

Jungen Frauen und Mütter werden darauf hingewiesen, wie wichtig ausgewogene Ernährung und nahrhafte Mahlzeiten für Kleinkinder sind, um sie vor häufigen Krankheiten zu schützen.

Schule:
Der Analphabetismus ist in Vietnam sehr verbreitet. Es ist wichtig, dass die Kinder, und vor allem auch die Mädchen, die Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen, um schreiben und lesen zu lernen.

Folgende Hilfe wird geboten:
Unterstützung beim Aufbau und der Renovierung von Primarschulen.
Ausbildung neuer Lehrer.
Den Eltern wird der Wert einer Schulbildung erklärt, da sie sonst die Kinder lieber zu Hause behalten, um dort mithelfen zu können.
Bereitstellung von genügend Schulmaterial.

Transport:
Hilfe beim Bau von Brücken und Strassen zwischen Dörfern.

Mädchen- und Frauenförderung:
Mädchen bilden in den Projekten von Wolrd Vision einen besonderen Schwerpunkt und müssen speziell gefördert werden, da sie das am meisten benachteiligte Glied in ihrer Gesellschaft sind. Eltern muss die enorme Wichtigkeit der Ausbildung der Mädchen erklärt werden. World Vision achtet darauf, dass 60 % der Patenkinder Mädchen sind, um dem bestehenden Ungleichgewicht entgegen zu wirken.

Nachhaltigkeit:
Für eine dauerhaft erfolgreiche Projektarbeit ist es eine Voraussetzung, dass die Bewohner aktiv an der Führung und am Geschehen des Projektes teilnehmen. Damit die Bewohner nach Beendigung des Projektes selbständig die Aktivitäten weiterführen können, werden laufend Schulungen organisiert und angeboten.

 
Wenn Sie mehr über World Vision erfahren möchten, oder selbst ein Patenkind übernehmen wollen, finden Sie weitere Informationen auf der Homepage von World Vision Schweiz oder World Vision Deutschland.
Detaillierter Reisebericht zurück

Im Sommer 2000 haben meine Tochter Marina und ich unser Patenkind in Vietnam besucht. Wir wollten uns ein Bild von der Arbeit von World Vision machen und herausfinden, wofür unsere Patenschaftsgelder eingesetzt werden. Und wir wollten natürlich dieses Patenkind kennenlernen und herausfinden, wie die Lebensbedingungen für ein Kind in einem für uns so fremden Land sind.

Die Reise war ein voller Erfolg in jeder Beziehung und ein sehr bereicherndes Erlebnis. Wir meldeten unseren Besuchswunsch beim lokalen World Vision Büro in Dübendorf an. Diese koordinierten unseren Besuch mit dem Büro in Hanoi. Schon bald bekamen wir einen detaillierten Reiseplan per Email. Daraus konnten wir schliessen, dass die Reise relativ anstrengend werden würde. Völlig plangemäss wurden wir von einem Mitarbeiter vom Hanoi Office im Hotel in Hanoi um acht Uhr morgens abgeholt. Wir hatten uns auf Unpünktlichkeit eingestellt, schliesslich müssen wir nur in unser Nachbarland Italien fahren um zu lernen, dass andere Völker mit Zeit anders umgehen. So waren wir auf alles gefasst. Aber in Vietnam lief alles immer wie am Schnürchen. Und wenn wir je vom Zeitplan abwichen, war es, dass wir zu früh waren. Von Hanoi war es eine mehrstündige Fahrt. Die Fahrt war jedoch völlig kurzweilig. Zuerst fuhren wir nach Than Hoa, einer Stadt südlich von Hanoi, nahe beim Meer. In Than Hoa machten wir einen Halt fürs Mittagessen. Wir wurden zu einem First Class Mittagessen in einem Restaurant in Than Hoa eingeladen. Der Raum war glücklicherweise klimatisiert, an das Essen mit Stäbchen hatten wir uns schon gewöhnt und so konnten wir unter den neugierigen Blicken des vietnamesischen Personals unsere Gemüsesuppe und den Reis essen. Dann gings weiter nach Quan Hoa. Das liegt knapp 300 km südöstlich von Hanoi. Die ganze Reise war ein unglaublich schönes Erlebnis. Wir fuhren durch traumhaft schöne Landschaften, sahen Wasserbüffel, Lotusblumenfelder, Reisfelder, Felsen, Bambuswälder und alles in satten Farben. Vielleicht können ein paar der Fotos in der Galerie einen Eindruck vermitteln.

In Quan Hoa befindet sich das World Vision Projektbüro von dem aus diese Region betreut wird und wo wir übernachten konnten. Der Empfang war sehr herzlich, das Gastzimmer, das uns unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde, freundlich und sauber. Da wir früh am Nachmittag angekommen waren, wurden wir von einem World Vision Mitarbeiter durch das ganze Dorf geführt. Er zeigte uns den Markt, der auf den Bildern in der Fotogalerie zu sehen ist. Wunderschön. Wir waren die Attraktion im Dorf. Nicht allzu oft verirrt sich ein Europäer in diese abgelegene Gegend. Alle liefen zusammen und staunten uns an. Zückte man eine Fotokamera, so liefen die Erwachsenen davon und die Kinder kamen daher. Ein Mann im Dorf lud uns zum Essen ein. Seine Frau ging in die Küche und kochte uns eine Nudelsuppe. Eine ungefährliche Mahlzeit für einen europäischen Magen. Wir freuten uns über die Offenheit und Gastfreundschaft und nahmen die Einladung an. Man setzte uns an einen Tisch, reichte uns die Suppe und weg waren sie alle. Wir sassen allein am Tisch zusammen mit unserem Begleiter. Wir lernten, dass dies hier durchaus so üblich ist. Dann wurde uns der Dorfladen gezeigt und klar gemacht, dass man erwarte, dass wir etwas kaufen würden. Weiter ging es zum Schulhaus von Quan Hoa. Ein hübscher, schlichter pavillonartiger Bau, der durch die Unterstützung von World Vision erbaut worden war. Es gab rund vier Schulzimmer mit schlichten Holztischen und -bänken, Platz für rund 100 Kinder. Der lokale Projektleiter erklärte uns, dass der Bau eines solchen Schulhauses rund $ 20'000 koste.

Als nächstes besuchten wir das lokale Spital und gingen dann weiter zur Baumschule. Dort werden Pflanzen gezogen, die wenn sie gross genug sind in das Projektgebiet hinausverpflanzt werden. Dort werden auch die Leute im Projektgebiet geschult. Das System ist einfach und effizient. Ein Gruppe von Leuten wird in der Baumschule mit effizienten Anbaumethoden vertraut gemacht. Diese gehen dann in ihre Gebiete zurück und schulen dort die Leute vor Ort. Die Baumschule wurde von einer älteren Vietnamesin geleitet. Sie war eine sehr freundliche, warmherzige Frau mit einem reichen und weisen Gesichtsausdruck. Nach der Führung durch ihre Baumschule lud sie uns zum traditionellen Grüntee in ihre Wohnung ein. Wie es sich gehört, zogen wir die Schuhe aus und setzten uns mit der ganzen Familie auf die Reismatte. Ihre Tochter und ihr Sohn waren da mit ihren Kindern. Wie die meisten Familien lebten sie in einem einzigen Raum, der zugleich Wohn- und Schlafzimmer ist. Bald mussten wir uns verabschieden und zurück zum Hauptquartier von World Vision. Abends gingen wir in die 'Dorfbeiz' zum Essen. Wie so oft gab es im Dorf keinen Strom, ab sechs Uhr abends war alles stockdunkel. Mit einer Ausnahme, das Dorfrestaurant schien Notstromzufuhr zu haben. Dort brannte Licht und der Ventilator war auch in Betrieb. Wir assen zusammen mit den Leuten aus dem Dorf, man bekochte uns reich mit Reis, Gemüsesuppe, Fisch, Omeletten, Poulet und vielem mehr. Einheimische pflegen beim Essen Speisereste und Knochen einfach unter den Tisch zu spucken. Wir konnten es kaum fassen. Bevor man sich hinsetzte musste man immer zuerst schauen, was unter dem Tisch war. Aber streunende Katzen regelten die Angelegenheit meist relativ schnell. Müde von der langen Autoreise und den vielen Eindrücken gingen wir bald schlafen. Die Mitarbeiter neckten uns ständig im Hinblick auf die bevorstehenden Strapazen der letzten 12 km ins Projektgebiet. Wir waren nicht ganz sicher, wie ernst das zu nehmen sei. Bei 38° Celsius auf einer Holzpritsche ohne Ventilator schläft man nicht so tief wie zuhause. Zum Glück hatten wir wenigstens daran gedacht, eine Taschenlampe mitzubringen um uns in dem fremden Gebäude bei Dunkelheit zurechtzufinden. Die ganze Nacht bis zur Dämmerung heulten draussen Tiere. Zum Glück war ein Gitter vor unserem Fenster, das gab eine gewisse Sicherheit.

Morgens wurden wir früh geweckt, wegen der Hitze hiess es, wir müssten um sieben Uhr losfahren. So bestiegen wir pünktlich um sieben einen alten Army Jeep. Ein offensichtlich geübter Vietnamese setzte sich ans Steuer und fuhr los. Für die nächsten 12 km berechnete unser Reiseplan rund 2 Stunden, was uns schon misstrauisch gemacht hatte. Streckenweise glich die Strasse eher einer Schlammgrube mit tiefen Fahrrinnen. Oftmals musste der Fahrer, der dies ganz offensichtlich nicht zum ersten Mal tat, zurückfahren und eine neue Spur durch den Schlamm suchen. Ich sah uns schon aussteigen und zu Fuss weitergehen oder mithelfen beim Jeep aus dem Schlamm buddeln. Aber wir hatten Glück.


Die Hauptstrasse in Thanh Xuan
 

Während dieser Fahrt wurde offensichtlich, wie dringend dort auch der Strassenbau verbessert werden muss.

Plötzlich waren wir da. Mitten in einer Schlammgrube blieben wir stehen. Rundherum standen einige sehr hübsche Häuser, wie Pfahl-
bauten aus Bambus und Palm-
blättern. Dazwischen nur Schlamm und viele neugierige Gesichter.

Unser Patenkind war tatsächlich mit seinen Eltern da, sah aus wie auf dem Foto und die Begegnung war unbeschreiblich schön.

Sie hatte sogar unsere Briefe dabei mit den Fotos, die wir geschickt hatten. Wir tauschten Geschenke aus und dank der wertvollen Dolmetscherhilfe unseres vietname-
sischen World Vision Mitarbeiters konnten wir uns bestens verständigen. Unsere Fotos mit Szenen aus der ganzen Schweiz und ein Farbstift Set erregten höchste Bewunderung.
 

Der Vater des Patenkindes schenkte uns einen wunderschönen handgewobenen Schal. Die halbe Gemeinde war zusammengekommen, die Lehrerin der Schule, eine junge sympathische Frau war ebenfalls anwesend. Alle waren herzlich und interessiert. Sie stellten uns tausend Fragen über das Leben in der Schweiz und wollten wissen, wie das mit dem Schnee ist. Sie erzählten uns auch viel von sich. ThiDoan stand auf und sang ganz allein ein vietnamesisches Volkslied vor. Sie war so süss. Natürlich mussten wir uns revanchieren und aus dem Stehgreif etwas improvisieren. Wir versprachen, dass wir eine Musikkassette mit Kinderliedern gesungen vom einem Schweizer Kinderchor schicken würden und die Lehrerin versprach, das mit den Kindern in der Schule anzuhören. Wie immer in Vietnam war die Atmosphäre sehr herzlich und es wurde viel gelacht. Das war das Eindrücklichste an unseren Erlebnissen. Diese Menschen mögen vieles nicht haben, was für uns hier selbstverständlich ist. Aber sie haben etwas, was bei uns ruhig verbreiteter sein dürfte: sie haben Zeit füreinander und sie lachen gern und viel und sie wirken sehr zufrieden. Gastfreundschaft, Herzlichkeit, sich gegenseitig beschenken - das gehört bei ihnen zur Tagesordnung. Am Schluss nahmen wir ThiDoan und ihre Familie ein Stück mit in unserem Jeep. Mitten im Schlamm liessen wir sie raus. Von dort mussten sie einen Fluss überqueren und dann rund 10 km zu Fuss nach Hause gehen. Keine Strasse führt dahin und ThiDoan muss diesen Weg täglich zurücklegen, wenn sie zur Schule will. Wenn es regnet, ist der Weg oft unpassierbar.

Die Projektorganisation von World Vision in Vietnam war absolut vorbildlich. Alle Menschen von World Vision, die ich in Vietnam kennengelernt habe sind sehr herzliche, hart arbeitende, engagierte und enthusiastische Menschen. Und nicht nur das, sie verrichten ihre Arbeit auch professionell und effizient. Heute weiss ich - und das erhoffte ich mir von dieser Reise - dass mein Geld dort in besten Händen ist und sinnvoll eingesetzt wird. Ich werde über meine Patenschaftsbeiträge hinaus dieses Projekt weiter unterstützen. Ich möchte helfen, hier in der Schweiz Geld aufzutreiben, um World Vision darin zu unterstützen die nötige Hilfe vor Ort anzubieten. Dazu gehört der Strassenbau zwischen den Weilern, damit auch während der Regenzeit Zugang möglich ist. Auch wenn es regnet, sollen die Kinder zur Schule gehen können und Kranke versorgt werden. Es müssen Schulhäuser gebaut werden, die Versorgung mit unverseuchtem Wasser ausgebaut und die Bauern mit effizienteren Landbautechniken vertraut gemacht werden. Wo immer möglich greift World Vision auf lokale Arbeitskräfte und Ressourcen zurück. Aber ohne finanzielle Zusatzunterstützung ist es nicht möglich. Wenn Sie sich für Details des Projekts in Quan Hoa interessieren, so finden Sie hier weitere Informationen. Sollten Sie sich für eine World Vision Patenschaft interessieren, so sprechen Sie mit der Geschäftsstelle in Ihrem Land. Sie können wählen, in welchem Land Sie ein Kind begleiten möchten. Und es ist eine gute Möglichkeit, das Leben in anderen Ländern kennenzulernen. Sie erhalten Briefe von Ihren Patenkindern und einen jährlichen Projektstatus Bericht dank dem Sie die Entwicklung des Projektes mitverfolgen können.

Foto-Galerie zurück

Die schönsten und eindrücklichsten Bilder unserer Reise nach Quan Hoa:

Impressionen von Hanoi

Der Weg nach Quan Hoa

Treffen mit ThiDoan
Ha Long und Zentralvietnam
 

Sunny Connection   —   Networks, Education & Consulting   —   info@sunny.ch